Month: March 2022

Soforthilfe für ukrainische Familien auf der Flucht

Frieden erwächst aus menschlichem Handeln. Dazu bedarf es gegenseitigen Respekt und Solidarität gegenüber denjenigen die unserer Hilfe bedürfen. Was sich dort gerade in der Ukraine abspielt, ist ein fürchterliches Beispiel von Menschenverachtung. Ein Schlag ins Gesicht unserer Grossväter und Grossmütter , Urgrosseltern und deren Vorfahren, die so lange Zeit für eine sichere Umgebung und den Frieden, in dem wir so wohlbehütet aufwachsen dürfen, gekämpft und gerungen haben.

Man sollte meinen nach einer weltumfassenden Pandemie, der wir Hand in Hand, Nation für Nation gemeinsam gegenübergetreten sind, hätten wir gelernt Werte wie Gesundheit, Familie, Freiheit und Frieden als unser wichtigstes Gut zu schätzen. Leben in Freiheit und  Frieden ist kein Geburtsprivileg. Wir alle haben eine menschliche Verantwortung jenen gegenüber, die unschuldig dieser beraubt wurden und denen es niemals möglich war in dieser Sicherheit aufwachsen zu dürfen.

 

In einer beispielhaften solidarischen Aktion des Kinder-UKE sammeln Mitarbeiter für Familien und deren Kinder auf der Flucht aus der Ukraine. Ein medizinisch begleiteter Transport bringt Dinge für den täglichen Bedarf, Hygieneartikel, Babynahrung, Kleidung und Medizinisches an die polnisch ukrainische Grenze um sie dort an die Familien zu verteilen und für eine medizinische Versorgung der Menschen vor Ort zu sorgen. Haydom-Friends e.V. beteiligt sich hier mit einer Hilfslieferung an Medikamenten, die insbesondere auf die Bedürfnisse von Kindern und Säuglingen zugeschnitten sind, Fieberthermometer, Wärmflaschen, und einem grossen Sortiment an Verbandsmaterialien, Desinfektion, Wundsprays, Wundsalben, Pflaster und Kompressen für eine sofortige Versorgung frischer oder chronischer Wunden vor Ort. Es sind mehrere Transporte geplant. Sie können uns gern für weitere Einkäufe dieser Art mit einer Spende unter dem Zusatzbetreff: Ukraine unterstützen. “Wir haben nur wenig Zeit! Wir sollten jetzt handeln! ” Albert Einstein

Ein neuer Weg ins Leben für Happyness

Das erste Mal auf Augenhöhe lächelt uns das Mädchen entgegen. Ihr Leben hat sie bisher nur aus der Bodenperspektive verbracht. Zu den sie umgebenden Menschen musste sie bisher immer weit aufschauen. Der Alltag spielte sich immer über ihrem Kopf ab. Von ihrer Mutter getragen, konnte sich das junge Mädchen niemals selbstbestimmt fortbewegen. Dabei trägt sie einen wunderschönen Namen, der sie treffender kaum beschreiben könnte.

Happyness, übersetzt die Glückliche, hat ihr strahlendes Lächeln obgleich all dieser Umstände nie verloren. Das Mädchen kam mit einem Rückenmarksdefekt, einer Spina Bifida, zur Welt. Ihre Beine konnte sie nie benutzen. Die nötige Krankengymnastik hat gefehlt, so dass sich bereits frühzeitig ihre Hüfte und auch ihre Beine sowie die Wirbelsäule versteiften.

Das Mädchen war so nie in der Lage allein zu sitzen oder die Hüfte zu beugen, die Beine sind in einer unnatürlichen Kreuzhaltung fixiert, können nicht gestreckt werden. Das Mächen kann nur flach auf dem Bauch liegen. Tagsüber wird die mittlerweile 12 jährige von ihrer Mutter in einem speziellen Tragetuch umbhergetragen. Und die meiste Zeit des Tages liegt sie in einer Ecke auf dem Boden der häuslichen Hütte.

Chirurgische Hilfe kommt für die Kleine zu spät, da eine Operation in diesem fortgeschrittenen Stadium zu riskant für das Mädchen wäre.

Happyness hat nie eine Schule betreten, malt auf dem Bauch liegend aber wunderschöne Bilder von einer Welt, in der sie mit anderen Mädchen spielen, zur Schule gehen oder einen Beruf erlernen könnte. Schon mehrere Jahre kommt Happyness regelmässig mit ihrer Mutter zur Nachsorge nach Haydom. Hier kümmert sich das Team um ihre Wunden und auch ihre Blasenfunktion.

Lange Zeit waren uns die Hände gebunden und es fehlten Ideen wie man ihr den Alltag erleichtern und ihr Zugang zur Welt und zur Bildung verschaffen kann. Ein Rollstuhl schien eine perfekte Lösung, allerdings kann Happyness nicht sitzen oder in eine sitzende Position gebracht werden ohne starke Schmerzen zu erleiden.

In Zusammenarbeit mit CCBRT,  einem lokalen tansanianischen Verein für Rehabilitation, steckten wir die Köpfe zusammen und entwarfen einen speziell für Happyness angefertigten Liegerollstuhl, auf dem sie bäuchlings liegend, die Räder bedienen kann. Haydom-Friends e.V. finanzierte die Herstellung und Anschaffung des Spezial-Rollstuhls aus lokal gefertigten Materialien. Die erste Probefahrt mit ihrem neuen Rollstuhl rührte uns alle, die wir bereits so lang händeringend nach einer Lösung für dieses Mädchen suchten, zu Tränen.

Happyness unternahm die ersten “selbstbestimmten Meter” in ihr neues Leben. Wiederum begleitet mit einem mutigen grossen Lächeln in ihrem Gesicht. Wir alle hoffen nun, dass ihr diese neue Freiheit auch die Möglichkeit des Schulbesuchs eröffnet.

Happyness Geschichte zeigt wie wichtig insbesondere Ihre Hilfe ist, ohne die wir dies niemals hätten realisieren können. Es zeigt, das uns Grenzen und Hindernisse immer weiter motivieren sollten nach Lösungen zu suchen anstatt uns resigniert mit dem scheinbar Unmöglichen abzufinden.

Happyness benötigt weitere finanzielle Unterstützung für Schulbedarf und jährliche Schulgebühren. Wenn Sie helfen oder etwas davon übernehmen möchten, dann können Sie das gern über das Spendenkonto des Vereins, Betreff: Happyness, tun.

Haben Sie herzlichen Dank.