Jedes Kind verdient es geliebt zu werden
Unsere Kinder mit Spina Bifida und Hydrocephalus lehren uns eine Lektion fürs Leben – selbst wenn der Weg steil und schwer wird, darf man nicht stehen bleiben. Es spielt keine Rolle, wie schnell du dich bewegst, solange du nicht aufhörst, deinen Weg fortzusetzen, wirst du deine Träume erreichen.
Wir hatten eine weitere unglaublich motivierende Woche mit unseren Kindern mit Spina Bifida und Hydrocephalus und ihren Eltern im Haydom Lutheran Hospital. Bildung, praktisches Training in der Katheterisierung, Darmmanagement und Wundversorgung und jede Menge Spaß obendrein.
Vier neue Rollstühle wurden verteilt, 3 Kinder erhielten orthopädische Operationen und Korrektur ihrer Klumpfüsse, um ihnen das Stehen zu erleichtern und Wunden zu vermeiden.
Mit der Hilfe von vielen von Ihnen konnten wir viele gespendete Schuhe und Handschuhe verteilen, um die Füße nach der Operation und die Hände beim Benutzen der Rollstühle zu schützen.
Wir haben eine Unterrichtseinheit über Zahnhygiene und Ernährung speziell für die Kinder abgehalten und – ja – auch wir durften als gute Vorbilder unter den afrikanischen Bäumen draußen mit ihnen zusammen die Zähne putzen. Außerdem hatten wir eine spezielle Sitzung nur für Mädchen, um ihnen dabei zu helfen, den Katheter selbst zu benutzen und es wurde sich über Mädels-Kram unterhalten und ausgetauscht.
Der Höhepunkt der Woche war sicherlich das große Inklusions-Skating-Event, bei dem alle auf Rädern zeigen konnten, dass sie die Hindernisse mit viel Spaß gemeinsam bewältigen können. Für Kinder, die im Rollstuhl sitzen, ist es wichtig, dass sie ihn richtig benutzen können und keine Angst haben, mit ihm kleine Hindernisse im Alltag zu überwinden. Wir sind sehr dankbar dass dieses Training wie bereits die letzten Male wieder vom Team des Smallsteps-Skateparks in USAH River unterstützt und begleitet wurde.
Endlich konnten wir den Bau des House of Hope vorantreiben. Jetzt sind alle Zeichnungen und Genehmigungen fertig und nachdem die Bauunternehmer unseren Plänen zugestimmt haben, können wir endlich damit beginnen, den Grundstein und das Fundament für das Haus der Hoffnung und eine neue Zukunft für unser Projekt und alle Kinder mit Spina Bifida und Hydrocephalus in Haydom zu legen.
Wir brauchen noch viel Hilfe und Spenden, aber solange wir uns langsam und stetig bewegen, sind wir sicher, dass wir unseren Traum vom Haus der Hoffnung in Haydom erreichen werden.



















Endlich ist es soweit – die Papiere sind unterschrieben und es ist offiziell.



Die Sonne geht gerade über dem Haydom Airstrip auf, als die Sportpistole den Startschuss für die etwa 200 Läufer gibt. Der Himmel glüht in roten Farben, der Boden unter unseren Füßen ist rot und staubig. 200 Teilnehmer aus Haydom und Umgebung laufen für einen guten Zweck. 21 km vor mir und die neueste Spotify GOOD MOOD Playlist in den Ohren bewältige ich meine ersten Kilometer. Es fühlte sich an, als wäre ich der einzige Läufer, denn die anderen aus meiner Gruppe entfernten sich schnell aus meinem Blickfeld. Aber ich laufe weiter, vorbei an Sonnenblumenfeldern, kleinen Lehmhäusern und Bauernhöfen, Akazienbäumen, Kühen und Ziegen. Manchmal war der Weg eben und gepflastert, manchmal war er uneben und ich musste über tiefe Löcher im Boden springen. Meine Lungen brannten bei jedem kleinen Hügel, den ich erklimmen musste. Ich spürte die Höhe, versuchte aber, tief und langsam zu atmen und meine Gedanken auf das Ziel zu konzentrieren. 

Herr Giniki, der berühmte tansanische Langstrecken- und Marathonsportler, war ebenfalls anwesend und schüttelte mir die Hand als Zeichen seiner weiteren Unterstützung und Zusammenarbeit für unsere Kinder und Eltern in Haydom. Ich musste versprechen, weiter zu trainieren und für eine gute Sache zu laufen. Ich bin wirklich gewillt, das zu tun. Und wer weiß, vielleicht laufe ich bald sogar bald auf dem nächsten Nivau. Danke an alle, die für unsere Kinder mit Spina Bifida und Hydrocephalus in Haydom gespendet haben. Die Eltern und Kinder verabschiedeten sich nach einer erfolgreichen und lehrreichen Woche mit meinem persönlichen Versprechen, dass wir die Strecke auch weiterhin gemeinsam laufen werden und wir uns im Oktober diesen Jahres wiedersehen.
















Das erste Mal auf Augenhöhe lächelt uns das Mädchen entgegen. Ihr Leben hat sie bisher nur aus der Bodenperspektive verbracht. Zu den sie umgebenden Menschen musste sie bisher immer weit aufschauen. Der Alltag spielte sich immer über ihrem Kopf ab. Von ihrer Mutter getragen, konnte sich das junge Mädchen niemals selbstbestimmt fortbewegen. Dabei trägt sie einen wunderschönen Namen, der sie treffender kaum beschreiben könnte.
Und die meiste Zeit des Tages liegt sie in einer Ecke auf dem Boden der häuslichen Hütte.
m begleitet mit einem mutigen grossen Lächeln in ihrem Gesicht. Wir alle hoffen nun, dass ihr diese neue Freiheit auch die Möglichkeit des Schulbesuchs eröffnet.
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